Haiku Sammlung.

Das geglückte Haiku ist ein Augenblick. Der Augenblick des Haiku ist ein Augenblick des Erwachens vor der Sache. Das Licht und der Schatten der Welt werden von neuem erblickt. (…) Sprechend in ihm ist das wortlose Wort zwischen den Worten und nach den Worten, sein Nachklang, sein Abgang. Da, wo nichts ist, da ist Es. Nichts spricht.“ Günter Wohlfahrt (1)

 

Leiser Sommerregen am See –

feuchte Erde, grünes Laub –

da, ein zarter Lila-Ton auf einem Tannenzapfen.

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Zwei Uhr nachts,

in der Ferne Autos –

diese Enge in der Brust.

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Die Luft voller Löwenzahnfallschirme –

tatütata, ein rotes Feuerwehrauto fährt durchs Dorf,

in den Fenstern lachende Kindergesichter.

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Dichtgedrängt in heißer U-Bahn.

schwarze Haarsträhnen und schweißglänzende nackte Schulter  –

mit tätowiertem Totenkopf.

(mg)

 

Literatur: 

(1)  Wohlfahrt G. 1997. Zen und Haiku. Stuttgart: Reclam

 

 

 

 

 

 

 

 

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